Reparaturkultur

06.05.2013 // Reparaturkultur soll nützen

Gespräche mit Gebäudebetreibern und Facilitymanager zeigen einen hohen Bedarf an Reparaturkultur. Eine Eigenschaft, die bei den Prüfungs- Wartungs- und Reparaturunternehmen immer mehr vermisst wird. Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen von Anlagen werden einerseits vielfach aus Alibigründen vergeben; Hauptsache das Etikett zeigt den Nachweis.


Andererseits wird dieses Verhalten von „cleveren" Anbietern von Prüfungs- und Wartungsarbeiten genutzt, um über Dumpingpreise die Prüfungsarbeiten zu bekommen, um diese als Köder für die nachfolgenden „lukrativen" Wartungs- und Reparaturleistungen zu nutzen. Typisch nach dem Rockefeller Prinzip: Öllampen verschenken und Öl verkaufen! Offensichtlich zieht diese Verhandlungstaktik gerade in dem Servicemarkt immer noch oder gerade immer mehr. Der Gelackmeierte ist hinterher immer der Auftraggeber, denn das was am Anfang augenscheinlich verschenkt wurde, wird hinterher doppelt und dreifach wieder hereingeholt. Statt zu Reparieren werden teuere Ersatzaggregate oder Neuanlagen verkauft – der Kunde hat ja in den allermeisten Fällen eh keine Ahnung.

Reparaturkultur beginnt bereits in der Erstberatung; noch während der Bestandsaufnahme. Zur Reparaturkultur gehört die Kommunikation, vom Termin der ersten Besprechung über die Präsentation der Leistungen, hin zur Bestandsaufnahme, der Vermittlung der Ergebnisse derselben mit Hinweisen auf allfällige Sofortmaßnahmen in mündlicher und schriftlicher Form. Die Zustandsbeschreibung der Anlagen und der Instandhaltungsmaßnahmen in den kommenden Jahren gehört ebenso in diesen Bereich, wie die Dokumentation der geprüften, gewarteten und reparierten Anlagen. Der Kunde will beraten werden, er hat ein Recht auf hohe Transparenz und zuverlässige Angaben.

Immer mehr Facilitymanager machen sich diese Anforderungen zum Maßstab für ihre Entscheidungen, wen sie als Serviceunternehmen beschäftigen.